Im Rahmen des Sommerferienprogramms „Erneuerbare Energien erleben“ des Gemeindeverwaltungsverbandes Gullen nahmen 42 Kinder aus den vier Gemeinden Bodnegg, Grünkraut, Schlier und Waldburg teil. An vier Terminen begaben sie sich gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin Sonja Fehr auf eine Zeitreise und überlegten, wie Strom unser Leben verändert hat und wie es früher war – als es noch keinen Strom gab. Anhand eines einfachen Experiments mit einem Luftballon wurde spielerisch erklärt, wie Elektrizität entsteht. Auch die Frage „Woher kommt unser Strom?“ stand im Mittelpunkt. Die Kinder setzten sich mit nachhaltigen Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme auseinander und erfuhren, warum erneuerbare Energien für unsere Zukunft so wichtig sind. Ebenfalls Teil des Programms war eine kindgerechte Einführung in den Treibhauseffekt und den Klimawandel. Anschaulich wurden die Begriffe erklärt und gemeinsam überlegt, welche Klimaschutzmaßnahmen jede und jeder im Alltag umsetzen kann.
Ein Highlight war der Bau eines kleinen Solarlüfters. Dabei konnten die Kinder hautnah erleben, wie Sonnenlicht mithilfe eines Solarpanels in elektrische Energie umgewandelt wird – kreativ, spielerisch und mit viel Spaß.
Erneuerbare Energien vor Ort – Exkursionen in den Gemeinden
Anschließend begab sich jede Gruppe in ihrer Gemeinde auf eine Exkursion, um di Nutzung erneuerbarer Energien direkt vor Ort zu erleben.
Bodnegg – Hackschnitzel, Photovoltaik und Biogas:
Bei einem Spaziergang durch Bodnegg erklärte Herr Gessler den Kindern die Hackschnitzelheizanlage und die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Sporthalle. Auf dem Hof der Familie Martin erfuhren sie anhand der Geschichte vom „Bauern Hubert und dem Geheimnis der Stromkuh“, wie aus Kuhmist Strom erzeugt werden kann. Im Anschluss durften sie die Biogasanlage sogar selbst „füttern“. Herr Martin erklärte kindgerecht, wie aus Biomasse Strom generiert werden kann.
Grünkraut – Photovoltaik und Energie aus Windkraft:
Die Grünkrauter Kinder unternahmen einen Spaziergang durch ihre Gemeinde und staunten, wie viele Photovoltaikanlagen bereits installiert sind. Anschließend ging es weiter entlang der Scherzach, wo sie erfuhren, wie Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt werden kann.
Schlier – Einblick in die Agri-Photovoltaikanlage:
Gemeinsam mit Herrn Batzill besichtigten die Schlierer Kinder die Agri-Photovoltaikanlage in Wetzisreute. Besonders spannend: Sie durften den normalerweise verschlossenen Sicherheitsbereich betreten. Neugierig stellten sie Fragen zu den Kosten der Anlage, zur Amortisationszeit, zur tagesaktuellen Leistung und zum Getreideanbau unter den Solarmodulen. Herr Batzill erklärte, wie der erzeugte Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt wird, damit er ins Stromnetz eingespeist werden kann. Außerdem erfuhren die Kinder, wie Strom am Markt verkauft wird und wie überschüssige Energie in Batterien gespeichert werden kann. Ein weiteres Highlight war ein spezielles Messinstrument zur Schneemessung, dass bei hoher Schneelast die Module kippt.
Waldburg – Windenergie hautnah:
Nach einer kurzen Einführung führte Wolfgang Stör – Initiator und Erbauer der Windkraftanlage am Waldburger Nachhaltigkeitslehrpfad – die Kinder in die Funktionsweise einer Windkraftanlage ein. Besonders beeindruckend war für sie das leichte Vibrieren des Masts bei laufender Stromproduktion. Anschließend durften Sie einen Blick ins Innere des Masts werden und die Technik erkunden. Für Begeisterung sorgte ein Lichtschalter, mit dem direkt demonstriert wurde, wie die durch Wind erzeugte Energie genutzt werden kann. Zum Abschluss hielten die Kinder selbst Rotorblätter in den Wind und spürten die Kräfte, die nötig sind, um Strom zu erzeugen – ein eindrucksvolles Erlebnis.
Dankeschön:
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die sich im Rahmen des Ferienprogramms engagiert haben – insbesondere Herrn Batzill, Herrn Gessler, Herrn Martin, Herrn Wolfgang Stör, sowie Frau Gnann, Frau Cvetko und Herrn Rudolf Stör.
Besonderen Dank auch an die elobau Stiftung für die finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung der Solalüfter Bausätze.
Einige Impressionen zum Sommerferienprogramm finden Sie untenstehend.
