Gemeindeverwaltungsverband Gullen

Ferienprogramm 2026

Mit dem Ökomobil Natur erleben, kennenlernen und schützen

Am 4. und 5. August hatten die Kinder aus allen vier Gemeinden des GVV Gullen im Rahmen der Ferienprogramme die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Ökomobil die Natur vor Ort zu erkunden. Unter dem Motto „Natur erleben – kennenlernen – schützen“ fanden insgesamt vier Veranstaltungen statt, die im Rahmen des Klimaschutzmanagements des GVV Gullen organisiert wurden.

Das Ökomobil ist ein fahrendes Naturschutzlabor des Regierungspräsidiums Tübingen, das Fangututensilien, Becherlupen, Mikroskope, Bestimmungsliteratur und vielem mehr ausgestattet ist. Damit konnten die Kinder verschiedene Lebensräume erforschen – vom Wald und Gewässern bis hin zum Lebensraum des Bibers.

Es ist besonders wichtig, Kindern die Natur und die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Umwelt nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern sie direkt vor der eigenen Haustür erlebbar und sichtbar zu machen. Klimawandel ist zunächst ein sehr abstraktes Thema. Wenn Kinder jedoch selbst im Wald unterwegs sind und dabei feststellen, wie trocken der Boden nach einer langen Hitzeperiode ist, werden die Veränderungen unmittelbar greifbar.

Auf Spurensuche im Wald

Bei den  Programmen in Bodnegg und Schlier erkundeten über 30 Kinder den faszinierenden Lebensraum Wald. Obwohl es unter dem Blätterdach angenehm kühl war, zeigten sich die Auswirkungen der langen Hitzeperiode deutlich. Waldstandorte waren auffallend trocken. 

Nach einem aktivierenden Spiel ging es gemeinsam auf Entdeckungstour. Die Kinder machten sich auf die Suche nach versteckten Tiersilhouetten und konnten dabei spielerisch erfahren, welche Tiere im Wald leben.

Anschließend wurden die Kinder selbst zu Naturforscherinnen und Naturforschern. Ausgestattet mit Becherlupen, Petrischalen und verschiedenen Fanghilden zogen sie in Kleingruppen los, um kleine Lebewesen aufzuspüren und anschließend gemeinsam zu bestimmen. Aufgrund der ungewöhnlich hohen Temperaturen und der langanhaltenden Trockenheit waren nur wenige Lebewesen zu finden, die auf feuchte Lebensräume angewiesen sind. 

Besonders die Entdeckung einer Piratenspinne, die bevorzugt in der Nähe von Gewässern lebt, sorgte angesichts der trockenen Bedingungen für große Freude. Mit Begeisterung wurden die gefundenen Tiere im Ökomobil unter dem Mikroskop genau betrachtet, bestimmt und anschließend wieder frei gelassen.

Lebensraum Gewässer und Biberspuren entdecken

In Grünkraut machte das Ökomobil am Scherzachweiher Halt. Zunächst überlegten die Kinder gemeinsam im Ökomobil, welche Pflanzen und Tiere an einem solchen Gewässer leben. Dabei kam einiges zusammen: Fische, Frösche, Wasserläufer, Muscheln und vieles mehr. Anschließend ging es an die Scherzach, um die entsprechenden Tiere und Pflanzen zu erkunden. Aufgrund der Trockenheit führte die Scherzach zu diesem Zeitpunkt leider kein Wasser. Herr Jung vom Ökomobil erklärte den Kindern, dass sich die vorhandenen Muscheln im Schlamm eingraben und auf diese Weise trockene Phasen überleben können. Die Kinder hatten dabei viel Spaß und konnten einige Tiere entdecken und vorsichtig einfangen. Nach eingehender Betrachtung unter dem Mikroskop wurden die Tiere unversehrt wieder in die Natur entlassen.

Beim Programm in Waldburg waren 20 Kinder auf den Spuren der Biber unterwegs. Dabei konnten sie ein echtes Biberfell sowie die Zähne des Bibers begutachten und viel über den Biber und seinen Lebensraum erfahren. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung einer echten Biberburg.

Natur erleben – und Verantwortung übernehmen

Umwelt- und Klimaschutz beginnt damit, dass wir unsere Umgebung kennen, Veränderungen wahrnehmen und verstehen, warum intakte Ökosysteme so wichtig sind. Die Ferienprogramme mit dem Ökomobil verbinden deshalb Naturerlebnis, Umweltbildung und Klimaschutz.

Das genaue Beobachten der Natur, das gemeinsame Forschen und die Begeisterung über jedes entdeckte Lebewesen schufen eine unmittelbare Verbindung zur heimischen Umwelt. Gleichzeitig wurden Verantwortungsgefühl und ein bewusster, respektvoller Umgang mit der Natur gefördert. Denn nur was wir kennen und wertschätzen, sind wir auch bereit zu schützen.

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